Viel mehr als ein Bauprojekt

Studierende, die auf der Treppe sitzen … MitarbeiterInnen, die mit veraltetem Gerät hantieren müssen … Forschungsaufträge, die wegen inadäquater Räume nicht angenommen werden können. All dies soll künftig der Vergangenheit angehören. Diese Probleme könnte man auch mit einem klassischen Sanierungsprojekt beseitigen.


"TU Univercity 2015" ist aber viel mehr: Bis zur 200 Jahr-Feier 2015 sollen flächendeckend ganz neue Qualitäten etabliert werden. Oberste Projektprämisse ist die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für Menschen, die an der TU Wien studieren und arbeiten. Deswegen wurden Schwerpunkte des Projektes auf Themen wie Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Kunst/Kultur und Corporate Identity gelegt.

Die TU Wien hat hier und heute die Gelegenheit ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Durch die gewonnene Autonomie und die Mittel aus der Generalsanierung hat die TU Wien die Möglichkeit genutzt, die Weichen für die nächsten Jahrzehnte selbst zu stellen. In hochkarätig besetzten Arbeitsgruppen wurden wesentliche Themen zur Neupositionierung diskutiert und Lösungsansätze erarbeitet. Ziel dieses Prozesses waren die Erarbeitung von übergreifenden Projektqualitäten und Planungsvorgaben, um eine faire und ausgewogene Realisierung bis zur letzten Etappe des Projektes gewährleisten zu können. Hier einige Ergebnisse aus den einzelnen Bereichen:

Corporate Identity - CI

Erstmals wird eine ganze Universität im Bestand neu konzipiert. Das bietet natürlich die enorme Chance, die Identifikation der MitarbeiterInnen und Studierenden mit der TU zu stärken. Interdisziplinarität und die Wahrnehmbarkeit nach innen und außen sollen verbessert werden und schlussendlich soll sich ein "TU-blauer Faden" durch Gebäude und Freiräume ziehen. Strategische Ansätze für die Arbeitsgruppe waren die Öffnung der TU, das Ermöglichen von Kommunikation, die Berücksichtigung der Lebensrealitäten, die Wahrung der Authentizität sowie Corporate Architecture. Als Maßnahmen sind ein innovatives Informations- und Leitsystem, Kommunikationszonen, Orte mit hoher Attraktivität (auch für Sport-/Freizeitaktivitäten), attraktive und einladende Zu- und Durchgänge sowie die Stärkung des Zusammenhalts der Areale (Stichwort: Campus) ins Auge gefaßt worden.

Kunst und Kultur

Kunst ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt für das Umfeld: einerseits ist sie – v. a. an der Architektur – ein Erkenntnisprinzip am Haus, andererseits sind wir von Kulturinstitutionen umringt. Kunst soll aber nicht "aufgesetzt" werden und statisch bleiben. Neben großen Wettbewerben soll es auch temporäre Projekte, Kooperationen mit den TU-Nachbarn sowie ein attraktives Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen, Konzerten usw. geben. Die TU soll als kulturelle Institution positioniert werden.

Umweltschutz

Im Bereich Umweltschutz kann die TU ihre Forschungskompetenz optimal einbringen. Gefragt sind nachhaltige Lösungen, Ressourcenschonung und die besondere Beachtung der forschenden, lehrenden und lernenden Menschen am Haus. Dabei soll rational mit dem Thema umgegangen werden, und keine "Augenauswischerei" erfolgen. U. a. werden ein Abfallwirtschafts- und ein Mobilitätskonzept erarbeitet und die Energieeffizienz soll erhöht werden.

Raumtypen und -qualitäten

Für alle Raumtypen – Büros, verschiedene Labors, Werkstätten, Hörsäle und Seminarräume, Bibliothek usw. – wurden Qualitätsstandards entwickelt. Alle Räume sollen optimal ausgestattet und möglichst flexibel nutzbar sein. Die Standards gelten für die gesamte TU. Es bekommen also alle die selbe, hohe Qualität. Die Erneuerungszykle der Ausstattung wurden definiert und "intelligente" Haustechnik kommt zum Einsatz.

Flächenbedarfsermittlung und -management

Jährlich gibt die TU über 30 Millionen Euro für ihre Flächen aus. Jeder schlecht genutzte Raum kostet also bares Geld. Mit anderen Worten: die Ressource muss effizient genutzt werden! Die Zuteilung von Flächen soll sich am aktuellen und künftigen Bedarf orientieren. Das schließt eine Neubewertung der "gewachsenen" Strukturen ein. Hierzu werden internationale Vergleichszahlen, die aktuelle Nutzung und die Entwicklungspläne herangezogen. Das einheitliche Flächenkennzahlenmodell hat fachspezifische Raumprofile und bezieht gewichtete MitarbeiterInnen- und Studierendenzahlen ein. Das führt zu einer neuen Fairness bei der Raumverteilung. Flexible Raumstrukturen für Mehrfachnutzungen sind ebenso vorgesehen wie eine zentrale Bewirtschaftung von Hörsälen und Seminarräumen und eine transparente Raumvergabe.

Studierendenbereiche

Studierende haben heute an der TU kaum Platz. Das soll sich grundlegend ändern. Lern- und Aufenthaltsbereiche, Veranstaltungsräume, Spinde, Abstellflächen für Räder u. ä. sollen geschaffen werden. Der zeitliche Zugang – z. B. zu Interneträumen – soll verbessert werden. Schlussendlich soll ein innerstädtischer Campus-Charakter entstehen, durch den sich die Studierenden an ihrer Uni
auch wohl fühlen.

Zutrittswesen, Objekt– und Personenschutz

Die ins Auge gefasste zeitliche und räumliche Öffnung der TU – einzelne Bereiche werden rund um die Uhr zugänglich sein – macht im Gegenzug auch „Schutzmaßnahmen“ erforderlich. Es sollen öffentliche, halböffentliche (z. B. Institutsbereiche) und interne Räume (z. B. Forschungslabors) unterschieden und die Raumkategorien auch entsprechend angeordnet werden. Angedacht ist ein modernes, berührungsloses Zutritts- und Schließsystem (TU-Card) mit weiteren Funktionen (IT, Telefonie usw.). Das muss im Einklang mit Betriebsrat und der HochschülerInnenschaft erfolgen. Es soll zentrale Sicherheitseinrichtungen geben, die Portiere sollen neben Rezeptions- und Auskunftsauch Bewachungsaufgaben übernehmen. Angestrebt ist also eine Öffnung der TU bei gleichzeitiger
Verbesserung der Sicherheitssituation.

ArbeitnehmerInnenschutz

Fühlen sich MitarbeiterInnen und Studierende an ihren Arbeitsplätzen wohl, ist das gut für Forschung und Lehre. Daher soll ein aktiver ArbeitnehmerInnenschutz praktiziert werden, der  Leistungsorientiertheit in einem motivierenden Umfeld ermöglicht. Attraktive Kommunikations- und  Sozialbereiche sollen geschaffen, die Studierenden in den ArbeitnehmerInnenschutz einbezogen und Vorsorge- und Ergonomieprogramme angeboten werden.

Barrierefreiheit …

… kommt allen zu Gute! Das Projekt bietet die Möglichkeit, „Accessibility“ über die einschlägigen Vorschriften hinaus zu verwirklichen und so – nicht nur für behinderte TU-Angehörige – optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Barrierefreiheit bezieht sich nicht allein auf bauliche, sondern auch auf organisatorische Maßnahmen. Das geht hin bis zu einem taktilen, optischen und akustischen Leitsystem, zu ausreichenden Studien- und Arbeitsplätzen für behinderte Personen und ähnlichem. Die Umsetzung von barrierefreien, zukunftsweisenden Maßnahmenkonzepten soll unter Beiziehung von Accessibility Consultants zur Planung, Umsetzung, und Durchführung auf der Grundlage der Ö-Normen, ergänzt durch den Maßnahmenkatalog der Arbeitsgruppe „Barrierefreies Bauen“, erfolgen. Inkludiert sind Maßnahmen für seh- und hörbehinderte Personen, barrierefreier Brandschutz, Standards der individuellen Studienunterstützung und Informationstechnologie.

Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)

Im Bereich der IKT werden mit einer leistungsfähigen Netzwerkinfrastruktur Studierende und Mitarbeiter optimal unterstützt. Durch eine flächendeckende Versorgung mit drahtlosem Netzwerkzugang (WLAN) soll das Arbeiten mit Notebooks in allen Gebäudebereichen erleichtert werden. Die drahtgebundene Telefonie wird durch eine Umstellung auf VoIP Technologie (Voice-over-IP: Telefonieren über das Datenkommunikationsnetz) dem Stand der Technik angepasst werden. Mobile Telefonie soll durch den Ausbau von Inhouse-GSM (hausinterne Mobilfunkversorgung) verbessert werden. Um die Verfügbarkeit der IKT-Services zu erhöhen sollen effiziente zentrale Serverräume geschaffen werden.

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