Neubau Lehartrakt

Visualisierung des Lehartraktes (Blick Lehargasse)

Visualisierung des Lehartraktes (Blick Lehargasse)

Webcam

Die aktuelle Errichtung des Lehartrakts (Bauteil BC) bildet einen weiteren Schritt des mehrstufigen Phasenplanes zur Verdichtung einer funktionell geordneten, wirtschaftlich konzipierten und stadträumlich befriedigenden Gesamtlösung für die Fakultät der technischen Chemie. Dabei werden konkrete unaufschiebbare Probleme einzelner Bereiche gelöst: Beseitigung extrem veralteter Arbeitsbedingungen in Altgebäuden für Lehrende und Studierende und Abdeckung von Raumdefiziten für Institute, die seit Jahrzehnten keine Möglichkeit der Verbesserung ihrer Raumsituation besaßen.

Aktuelle Realisierungen und Studien

Neues Schulungszentrum

Auf der Grundlage einer 2006 für das gesamte Areal Getreidemarkt erarbeiteten Masterplanvorlage begannen im letzen Jahr, nach der Standortentscheidung im Juli bereits punktuelle Generalsanierungen in einzelnen Bestandsobjekten. Fertig gestellt sind bereits Institutsadaptierungen im  Maschinenbauhochhaus in den Geschossen 3 bis 6 und die Errichtung eines Schulungszentrums für die MitarbeiterInnen der TU Wien im Wirtschaftsgebäude. Aktuell in Vorbereitung ist eine Mustergeschoßadaptierung im Bauteil BE. Die Ausführung erfolgt unter Berücksichtigung der aus den Arbeitsgruppen hervorgegangenen Qualitätsvorgaben in den Monaten Juli bis Oktober 2007.

Der historische Bestand

Auf den Gründen, genannt "Getreidemarkt", waren bis 1918 zwei voneinander unabhängige  Gebäudegruppen in offener Bauweise situiert: das technische Militärkomitee am Getreidemarkt und die Kriegsschule an der Lehargasse. Im 19. Jahrhundert entstanden, wurden beide nach dem 1. Weltkrieg der Technischen Hochschule gewidmet und bilden seitdem einen Standort der Chemie- und  Maschinenbau-Fakultäten.

Projekt Karl Kupsky um 1960

Professor Kupsky war der Raumbeauftragte der Technischen Hochschule. Er wollte in einer ersten Phase die massiven Ansprüche von Chemie und Maschinenbau befriedigen. In seinem ersten Erneuerungskonzept in den 60er Jahren hatte Prof. Kupsky ein Wechselspiel von hohen Häusern und sehr niedrigen, langgestreckten Baumassen begonnen. Beim Chemie- und Maschinenbauhochhaus  wurde nur der erste Bauabschnitt d.h. je eine Hälfte errichtet. Er war überzeugt, dass die zweite Hälfte zur Vollendung der Hochhausgruppe sofort in Angriff genommen wird. Der Abbruch des Semper-Depot verklärte sich ins Gegenteil, die Zeit setzte andere Prämissen.

Projekt Hiesmayr 1984

1984 war die Aufgabe, Chemie und Maschinenbau auf dem Getreidemarkt gemeinsam unterzubringen, ohne das Hochhauskonzept von Karl Kupsky weiterzuverfolgen. Der Bebauungsplan wurde auf die Bauklasse V (21-26 m) der bestehenden Umgebung heruntergezont. Das Konzept sieht eine  Handbebauung im Maßstab der Umgebung vor. Es strebt eine Wiederherstellung des Straßenraumes an. 1989 ein neues Konzept ohne Maschinenbau mit folgenden Zielen: Neue Identität der Fachgruppe Chemie durch Überwindung des Zustandes ungeordneter Bauten verschiedener Epochen. Integration und Öffnung der Universität zur Stadt. (Fußgängerdurchgang). Grundlage Projekt 1984.

Realisierung: Konzept 1989

Der Entwurf versucht, Ordnung und Orientierung am Universitätsstandort Getreidemarkt zu schaffen. Der neue Verbindungstrakt setzt die Bauflucht der zum Getreidemarkt parallelen Hochhausfassaden fort, schließt an den Winkelbau an, indem vor das Altgebäude eine schmale Bauscheibe gesetzt wird. Die notwendigen Fluchtbalkone überspannen in filigraner Konstruktion die Gebäude verschiedenster Entstehungszeiten und schaffen so eine Ebene einheitlicher Geometrie. Die äußere Gestaltung des neuen Institutsgebäudes spiegelt einerseits die innere Hochhaus- und Labortypologie wider,  andererseits jedoch auch den Anspruch an die Elegance einer innerstädtischen Fassade. Die Bauetappe endete mit dem Abbruch der verwinkelten Hinterhof-Bauteile und der Gestaltung des Joseph-Loschmidt-Platzes – architektonisch der Platz der vier Bauepochen.


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